Weite Schachten, skurrile Türme und herrliche Aussichten auf Polédnik

Letzten Sonntag war endlich der Tag, an dem die Wandertour stattfand, die auf dem Campus Fest angeboten wurde. Trotz Klausurenstress hat sich eine gemischte Truppe von acht Leuten gefunden, die mit mir das Ziel Polédnik (dt.: Mittagsberg 1315m) im Böhmerwald ansteuerte.

Wir starteten unsere Route auf deutschem Boden in Buchenau, knapp 70 km und eine Stunde Fahrtzeit von Passau entfernt, und folgten zunächst dem Wandersteig mit dem Zeichen „Pestwurz“ in Richtung Tschechien.

 

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Die Strecke begann mit einem wunderschönen, mal mehr, mal weniger anstrengenden Aufstieg durch den Wald. Aufgrund des warmen Wetters waren wir froh über die Schatten spendenden Bäume, bis wir dann, nach 400 Höhenmetern Aufstieg, die 1619 angelegten Lindberger Schachten erreichten. Seit 1924 ist die Beweidung eingestellt und – anders als bei den Ruckowitzschachten – gibt es bei den Lindberger Schachten kein saftiges Gras mehr, über das man laufen kann, sondern vielmehr flaches Gebüsch, durch das man entlang der schmalen Pfade bis zum nächsten Waldstück, der „Gruft“ wandert. Endlich konnten wir auf c.a. 1100 Metern die erste Aussicht genießen, nämlich auf den benachbarten Rachel (bild oben rechts).

 

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Zu unserer Verwunderung ging es in der „Gruft“ erst einmal wieder leicht bergab – eigentlich wollten wir doch noch weitere zweihundert Meter in die Höhe! Hinzu kommt, dass die Wegmarkierung sehr schlecht war. Von der Pestwurz keine Spur mehr (aber die führte uns schließlich eh nicht zum Funkturm auf dem Gipfel Polédniks).

Waren wir nun schon auf tschechischem Boden?

Nachdem wir ein paar Abzweigungen ausprobiert haben und dabei an einem kleinen Bachlauf, einem See und großen Ameisenhaufen vorbeikamen, fanden wir schließlich wieder ein Schild mit „Polédnik“ und wussten, wir sind auf dem richtigen Weg. Die letzten paar Kilometer führten dann über Asphalt und zogen sich bei der Hitze sehr, sodass wir die tolle Umgebung und Aussicht erst richtig beim Abstieg wahrgenommen haben. Beim Aufstieg wollten wir einfach nur diesen Aussichtsturm und unser Tagesziel erreichen.

 

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Oben angekommen, nahmen wir uns erst einmal fast zwei Stunden Zeit für eine ausgiebige Brotzeit mit selbstgebackenem Brot, Obst, Rohkost, Kaffee und Saft. Es ist jedoch auch möglich von den hervorragend nach Knoblauch riechenden, tschechischen Spezialitäten zu kosten, die dort oben von Juni bis September die ganze Woche durchgehend, sowie im Mai und Oktober am Wochenende angeboten werden.

 

 

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Der 37 Meter hohe Turm wurde Ende der 60er Jahre  von der tschechoslowakischen Armee gebaut. Von dort aus wurde nach der Errichtung des Eisernen Vorhangs der Funkverkehr des Westens bis 1989 abgehört. Im Turm befinden sich Ausstellungsräume und ein fast 360° Rundgang mit Aussicht auf den Arber, den Falkenstein, den Rachel, den Lusen und bei guten Verhältnissen auch auf die Alpen.

 

Insgesamt eine schöne Wanderung. Es sind uns kaum andere Wanderer begegnet. Auf dem Gipfel haben wir dann gesehen, dass die meisten mit dem Rad auf dem Polédnik unterwegs sind (die freuen sich dann auch über die asphaltierten Forstwege ;))

 

Am Parkplatz in Buchenau konnten wir noch unsere strapazierten Füße im eiskalten Bach abkühlen. Hilfreiche Tipps für die Pflege von Wander-Füßen bekommt ihr übrigens von Corinna auf dem Blog Outdoormädchen. 🙂

 

Fazit:

+ abwechslungsreiche Wege

+ der Aufstieg ist meistens mäßig und gut machbar

+ gute Aussicht

 

– der lange Asphaltweg bis zum Turm schreckt etwas ab

– Der Turm selbst ist nicht besonders hübsch

 

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Aussicht vom Funkturm

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