TourNatur 2014 – Teil 2: Über Halle 1 und den Vortrag von Alexander Huber

DSCI0862Insgesamt 270 Aussteller zählt die Wander-und Trekkingmesse in Düsseldorf. Während man in Halle 2 der TourNatur 2014 die benötigte Ausrüstung für die Wandertouren fand, erwartete einen in Halle 1 die Auswahl von 500 Wanderwegen in ganz Europa, von der Kurzstrecke bis zum Prädikatsweitwanderweg.

„Die TourNatur ist eine Beratungsmesse“. Kann ich nur so unterstreichen. Die Vertreter jeder Region kennen sich bestens aus und freuen sich, ihr KnowHow zu präsentieren und auszutauschen. Alle möglichen Wanderregionen waren vertreten: Vom Salzburger Land, über die Alpen bis zur Eifel u.v.m. Nur den Bayerischen Wald musste ich wirklich suchen. „Vielleicht sind die schon bekannt genug“, meinten die einen. „Vielleicht haben sie verpasst, den Wanderboom aufzufangen, genau wie der Schwarzwald“, meinten die anderen.

DSCI0861Am Ende wurde ich dann auf diese mir bekannten blauen und gelben Schilder aufmerksam, wie ich sie aus Passau kenne: Die Wegorientierung für den Goldsteig, Deutschlands längstem Qualitätsweg, der durch den Bayerischen Wald und den Oberpfälzer Wald führt. Frau Perschl vom Tourismusverband Ostbayern e.V. erzählte mir schon ganz aufgeregt von einigen Planungen für das Jahr 2015, unter anderem von einem Bloggerevent. Außerdem ließ ich mich gerne in die Goldsteigregion locken mit folgendem Must-Do: Alle Acht Tausender dieser Region an einem Tag!

Außerdem interessierte mich noch der Stand der Balearen, denn dort werde ich im September das Tramuntana-Gebirge unsicher machen. Sehr hilfsbereit und mit den besten Katalogen und Informationen waren alle Stände ausgestattet.

Alexander Huber auf der TourNatur

DSCI0850Gegen 14 Uhr wurde es voll am Rastplatz der Halle 1. Viele Leute nahmen das Wort Rastplatz ernst, machten es sich auf dem „Gras“ alias grünem Teppich bequem und packten getrocknete Früchte und anderen Proviant aus. Wer nichts dabei hatte, konnte sich gleich um die Ecke am bayerischen Essensstand versorgen. Aber eigentlich waren wir ja alle hier, um dem Vortrag von Alexander Huber zu lauschen, der als Kletterer mit seinem Bruder als die Huberbuam aus ihrem Kinofilm „Am Limit“, aus Talkshows und der Milchschnittewerbung bekannt sind.

DSCI0852Das Gefühl für den Felsen hat er während seines Physikstudiums entwickelt und am Ende war seine Leidenschaft fürs Bergsteigen größer als die für die Naturwissenschaft. Ihn begeistert das unbeschreibliche Gefühl „über den Dingen zu stehen – der tiefe Eindruck, den die hohen Berge verschaffen“ (Ich war begeistert von der Wortwahl). Er sieht im Bergsteigen viel mehr, als einen Sport. „Der Erfolg hängt von der visionären, nicht von der physischen Kraft ab, denn nicht der Berg ist es, den man besteigt, sondern das eigene Ich.“

Huber hat sich mit seinem Bruder gefragt, ob denn ein Grenzgang in den Alpen überhaupt noch möglich sei, wo doch alle Berge schon bestiegen wurden. So kam es, dass die beiden eine neue Kletterdimension schufen: Ohne künstliche Hilfsmittel entlang der Kletterwand. „Die einzige Sicherheit kommt von innen heraus, vom eigenen Kletterkönnen. Eine todsichere Angelegenheit“, scherzte er.

Das grundsätzliche Interesse der Huberbuam ist der Reiz am Neuen. So kamen sie zum Speedklettern, einer amerikanischen Erfindung, und widmeten sich für ihren Film „Am Limit“ (2007) der Nose, einer 1000m langen Kletterroute am El Capitan in Kalifornien. 1958 wurde die Route in 47 Tagen erstbestiegen. Vor dem Filmdreh lag der Rekord bei 2 Stunden, 48 Minuten und 55 Sekunden. Somit war es zunächst demotivierend, dass die guten Kletterbrüder ganze 12,5 Stunden für den ersten Aufstieg brauchten. Übung macht ja bekanntlich den Meister, und nachdem die beiden innerhalb von drei Wochen 12 Mal hinauf gestiegen sind, konnten sie die Strecke bereits vor dem inneren Auge abspielen. Die Stärken zu kombinieren und die Schwächen zu eliminieren, das mache die perfekte Teamarbeit der Brüder aus und die gute Zusammenarbeit gab den beiden die Sicherheit über das Potenzial für einen neuen Rekord. Weil Speedklettern simultan abläuft und man weniger häufig sichert als beim europäischen Klettern, litt Thomas bei einem Sturz an schweren Prellungen, was den Rekordversuch beim Filmdreh erst einmal auf Eis legte. Sechs Monate später, nach intensiven Vorbereitungen, verbesserten sie den Rekord um 15 Sekunden! Weil ihnen der minimale Unterschied nicht ausreichte, schafften sie die Route eine Woche später dann in 2 Stunden und 45 Minuten. Mit dem Rekord setzten sie dem Speedklettern damit auch ein Ende, da  es ihrer Meinung nach zu radikal und zu gefährlich ist. Der aktuelle Rekord liegt übrigens seit 2012 bei 2:23:45.

Das wichtigste bei diesen Expeditionen, laut Huber:„Ziele muss man feiern, um dann neue Ziele zu definieren.“

Alexander Huber ist übrigens am 16.11.2014 in der Kletterhalle Grenzenlos Klettern in Freinberg zu Besuch. Weitere Infos zu Tickets findet ihr über den Link.

20140909_154908Fazit zur Messe:

Im Großen und Ganzen hat mir die Messe gut gefallen. Ich muss dazu sagen, es war meine erste Outdoor-Messe  und ich habe keinen direkten Vergleich. Die Vorträge fand ich sehr informativ und unterhaltsam. Die Stunden sind nur so verflogen. Trotzdem reicht ein Tag aus, um an allen Ständen gemütlich vorbei zu schlendern. Trotz der ganzen Schilderüberflutung (von jedem einzelnen Wanderweg), ist man auf jeden Fall auf den MesseGuide angewiesen, weil man sonst gar nicht mitbekommt, was die Messe alles zu bieten hat. War auf jeden Fall ein schöner Tag.

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