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Outdoor-Ladies on Tour im Ammergebirge

Die ein oder andere Outdoor-Lady habe ich ja schon im Gebirge kennengelernt:

Stefanie (Gipfelglück) auf dem  Hochfelln im Chiemgau.

Sonya (Soschy on Tour) auf dem Croz dell‘ Altissimo in den Brenta Dolomiten.

Im September bin ich nun das erste Mal bei einer geplanten Hütten-Tour mit Stefanie, Sonya und Kathrin (Fräulein Draußen) unterwegs gewesen. Unser Etappenziel: Die Kenzenhütte.

Freitags Nachmittags mache ich mich von Passau aus auf den Weg nach München. Dort werden die anderen Mädels mit Brezn und Bier aufgegabelt. Mit einigen Anschlussschwierigkeiten der Deutschen Bahn erreichen wir vier Stunden später Füssen. Bei leichtem Nieselregen kehren wir in einem Restaurant in der Altstadt ein, in der wir von einem osteuropäischen Mitarbeiter mit italienischem Temperament sowie Humor mit Pizza und Pasta versorgt werden. Es ist mein erster Besuch in Füssen. Es ist eine nette kleine Touristen-Stadt, der wir nach Antritt unserer  Tour allerdings nur noch vom Berg aus Aufmerksamkeit schenken werden.

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Am nächsten Morgen geht es endlich los:

Nach einer weiteren Busfahrt vorbei am Schloss Neuschwanstein erreichen wir die Tegelbergbahn, die unsere Wanderung um ein paar Höhenmeter erleichtert und uns gleich tolle Ausblicke schenkt: Auf das Schloss, auf Füssen, auf den Forggensee.

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 Etappenziel: Der Sattel des Gabelschrofen

 

Unsere Tour fängt also schon einmal gut an, und geht amüsant weiter. Dort oben wird ein Gottesdienst abgehalten und wir marschieren zu Alphorn-Musik am Altartisch vorbei🙂

Wir wandern zunächst einen einfachen Pfad entlang, der teils durch Waldgebiet führt. Erst als sich der Gabelschrofen (2010m) vor uns auftut, wissen wir, was uns bevorsteht. Nicht nur das Geröll lässt alpinen Charakter vermuten, sondern auch der steile Anstieg.

Am Sattel des Gabelschrofens genießen wir die Aussicht. Um den Gipfel der Krähe (2012m) und damit die wohlverdiente Mittagspause zu erreichen, steht uns noch eine kleine Klettereinlage bevor. Dort genießen wir dazu die warmen Sonnenstrahlen bei grandioser Aussicht: Auf der einen Seite sehen wir immer noch den Forggensee und das Flachland, auf der anderen Seite steht uns die gesamte Alpenwand gegenüber.

 

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OutZeit mit Fräulein Draußen auf der Krähe (Foto von: Stefanie Gipfelglück)

 

Wer hätte da gedacht, dass der eigentliche Wanderspaß jetzt erst anfängt?

Mein persönliches Highlight ist die Wanderung von der Krähe zur Ammergauer Hochplatte (2082m). Diese führt bei beeindruckender Aussicht entlang des Kamms, Kletterpassagen inklusive. Natürlich ist die schwarze Route nicht ganz ungefährlich, aber durchaus machbar und vor allem lohnenswert.

 

Danach heißt es wieder Abstieg zur Kenzenhütte (1300m), was noch wirklich zur Zerreißprobe wird. Insgesamt sind wir 9 Stunden unterwegs. Das Wasser geht aus, selbst die Besten Schuhe drücken. Die Schultern wollen den Rucksack nicht mehr tragen und langsam nervt auch diese Sonne.

Sehr durstig und erschöpft erreichen wir am Ende des Tages die schöne Hütte, die von drei Mädels privat geführt und in Schuss gehalten wird. In der Stube ist es schon warm und laut. Ein halber Liter Spezi bei der Ankunft unterstützt die Regeneration. Danach freuen wir uns auf das deftige Abendessen und eine Halbe Radler in geselliger Runde. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen mit Ausblick auf die hohen Gipfel, die wir heute erklommen haben.

 

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An der Kenzenhütte

 

 

Was bei Kaiserwetter in den Alpen auf keinen Fall fehlen darf: Ein Blick auf die Sterne. Zwar laden die Almdudler-Liegen dazu ein, wir bevorzugen am Ende für die grandiose Aussicht auf die Milchstraße jedoch ein dunkles Plätzchen fernab der Hütte.

Am nächsten Tag sind wir gedanklich zwar bereit für die weitere Wanderung, unsere Körper sind jedoch noch immer sehr träge vom Vortag. So entscheiden wir uns gegen die anspruchsvolle Tour zur Klammspitze und für eine Besichtigung des Schlosses Linderhof

 

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Schloss Linderhof

 

Bei einem Haufen Kitsch lassen wir uns ein wenig von der Geschichte König Ludwigs II. berieseln, müde von der Wanderung und von den ganzen Eindrücken.

Erleichtert sitzen wir schließlich auf der Rückfahrt im Bus, nachdem uns kurz Angst und Bange war, schon wieder den Anschluss des Schienen-Ersatz-Verkehrs verpasst zu haben.

 

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Outdoor-Ladies-Lieblingsaktivität🙂

Fazit:

 Die Wanderung: Absolut herrlich und vollkommen empfehlenswert. Beeindruckende Aussichten, tolle Wege.

Die Hütte: Sehr hübsch. Sehr sauber. Sehr freundlich. Allerdings könnte das Essen für den Halbpensionspreis von 36 € und aufgrund der guten Infrastruktur zur Hütte etwas liebevoller angerichtet sein.

Die Anfahrt: Öffentliche Verkehrsmittel (SEV inkl.) sind eine Katastrophe. Allein die Möglichkeit, mit 4 Pers. das Bayernticket günstig nutzen zu können entschädigt den ganzen Aufwand zumindest teilweise. Zum Glück waren wir einander eine nette Begleitung und wir konnten uns entsprechend die Zeit vertreiben. Bei verschiedenen Start- und Endpunkten einer Wanderung ist leider auch das Auto keine optimal Lösung…

Die Truppe: Sehr liebe Outdoor-Ladies. Es war mir eine Freude, mit euch unterwegs gewesen zu sein! Immer wieder gern!

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