OutdoorTestival 2015 – Mein erster Klettersteig

Sonntag, Tag 4

Am letzten Tag des OutdoorTestivals wird es Zeit für meinen ersten Klettersteig! Weil ich bisher nur einmal entlang eines einfachen Klettersteigs im Karwendel gegangen bin, und keine Erfahrung mit der Ausrüstung habe, entscheide ich mich für die Anfänger-Variante inklusive Weinkellerbesuch. Die gleiche Idee – Klettern und Wein – hat auch Sonya vom Blog Soschy on Tour. 🙂

Weinreben Brenta Dolomiten, Italien
Umgeben von Weinreben starten wir unsere Klettersteig-Tour in den Brenta-Dolomiten

35 Minuten fahren wir mit einem Bus bis zum „Via ferrata“ (ital. Eisenweg) Burrone Giovanelli. Umgeben von Bergen und Weinreben bekommen wir zuerst eine kleine Einführung von unseren Kletterguides, und schon kann die Tour beginnen.

Klettersteig Einführungskurs in den Brenta Dolomiten
Kennenlernen des Klettersteig-Materials

Zuerst ist es etwas unbequem, aber dann hat man sich schnell an die ganze Ausrüstung gewöhnt: Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Zuerst wandern wir ein kleines Stück durch den Wald, und ich bin jetzt schon begeistert: Obwohl wir in der selben Gegend, also in Trentino, sind, ist die Natur doch so anders als gestern. Alles ist grün, ein Bach läuft den Weg entlang, bis wir schließlich zum ersten großen Wasserfall gelangen. Und dann diese Felsen! Und da sollen wir hoch?

Hier wird zum ersten Mal unser theoretisches Wissen in die Praxis umgesetzt. Eine steile Leiter geht es die Wand hinauf. Der Sicherungsablauf wird schnell zur Routine. Allerdings muss ich mich vor lauter Konzentration mehrmals zwischendurch daran Erinnern, mich umzusehen und die tolle Umgebung wahrzunehmen.

Landschaftlich ist die Tour wirklich klasse. Es ist so viel Abwechslung geboten, auch was den Klettersteig betrifft: wir wandern auf schmalen Pfaden entlang des Stahlseils , klettern Eisenleitern hinauf, und den Felsen hoch über eingebaute Trittstufen.

Am faszinierendsten finde ich die große Felsschlucht, wo uns die ganze Zeit das Plätschern der Schmelzgewässer begleitet. Aber dieses dunkle, fast schon höhlenartige Szenario kann auch eine dramatische Stimmung hervorrufen.

Gefährlich wird es tatsächlich noch, als sich plötzlich Steine – nicht weit von uns – lösen und zu ins in die Tiefe stürzen. Da wird mir bewusst, wie wichtig der Helm ist, den wir tragen und trotzdem fühlt man sich plötzlich nicht mehr ganz so sicher. Die ganze Gruppe schlängelte sich so schnell es geht im Schutz des Überhangs an der Felswand entlang. So atemberaubend die Umgebung und die Atmosphäre auch sind, so erleichtert bin ich auch, als wir wieder freie Sicht auf den blauen Himmel haben.

Eine kleine Pause legen wir am nächsten großen Wasserfall ein, wobei das Wasser vielmehr sanft entlang der Steinwand kriecht als kräftig hinunterfällt. Das ganze Wasser und das Grün vermitteln schon ein leicht tropisches Feeling. 🙂

Der Rest der Tour verläuft recht einfach. Ein paar Leitern, ein paar Felsen, ein wenig Trekking ohne Sicherung, und schließlich kommen wir wieder auf weichem Waldboden an. Runter ins Tal fahren wir mit einer kleinen, sehr steilen Gondel, von der aus wir zum  einen den wunderbaren Blick über das Städtchen Mezzocorona haben, und zum anderen den Blick auf die mächtige Felswand, die uns noch einmal vor Augen führt, wo wir eben gekraxelt sind.

 

Insgesamt betrachte ich den Klettersteig mit gemischten Gefühlen: Einerseits hat ein Klettersteig etwas künstliches. Der natürliche Aspekt, der mir bei meinen Touren eigentlich sehr wichtig ist, geht etwas verloren. Außerdem nehme ich mein Umfeld viel weniger wahr. Andererseits ist es wahnsinn, welche Wege der Klettersteig mir ermöglicht zu entdecken. Strecken, die ich ohne Sicherung, ohne Stufen und Leitern niemals erklimmen könnte. Außerdem war ich überrascht, wie wenig mich die Höhe der Felswände beunruhigt. Die Herausforderungen beim Klettersteig sind einfach sehr reizvoll.

Weiter geht es mit Wein… 🙂

Vielmehr von der Hitze geschafft (und vom Barbecue-Abend zuvor;)), als von der Anstrengung, machen wir uns auf den Weg zum Weingut Endrizzi. Seit 1885 produziert die Familie Endrici Wein in Italien, und die alte Kellerei mit riesigen Fässern erzählt allein beim Anblick ihre Geschichte. Bei einem Glas Rot- oder Weißwein erfahren wir mehr über die Familie, den Wein, ihre Tradition und Leidenschaft für die Weinproduktion.

Das ist ein guter Abschluss für eine Klettertour, und der aufregende Tag ist ein guter Abschluss für das gesamte OutdoorTestival. Mit Wein im Gepäck geht es zuerst zurück zum Camp, wo wir noch einmal die Bloggerkollegen treffen, und schließlich geht es mit dem Bus zurück nach München.

Das Testmaterial:

Leider muss ich meine Klettersteigschuhe von Mammut wegen Druckstellen vom Vortag bei der Wanderung zum Croz dell’Altissimo wieder zurückgeben, und ich schlüpfe daher in meine eigenen La Sportivas (Kathrin von Two for Fashion hat sie auch getestet). Ich liebe das Gefühl dieses leichten, bequemen Schuhs an meinem Fuß. Von Anfang an – seit meiner Tour im Schwarzwald – harmonieren wir super zusammen. Für den Klettersteig eignet sich jedoch wirklich ein richtiger Klettersteigschuh, und das aus folgenden Gründen:

Die Sohle: Sie ist so angefertigt, dass der Schuh die nötige Griffigkeit auf jeglichen Leitern und sonstigen Eisenstufen bietet. Besonders durch das viele Wasser ist mein Schuh ziemlich rutschig und ich muss jeden Schritt noch gewissenhafter platzieren als ohnehin schon.

Das Material: Die Innenseite ist durch eine anatomisch geformte Fersenkappe verstärkt, sodass sie besser vor dem Umknicken und Wegrutschen bewahrt.

Klettersteigset: Ebenfalls von Mammut ausgestattet, musste ich mich zunächst an das ganze Material am Körper gewöhnen. Ich glaube, das Sicherungsmaterial ist immer vielmehr praktisch als bequem. Was ich vorher nicht gewusst habe: Das Set ist extra mit einem automatischen Bandfalldämpfer ausgestattet, der einen im Fall eines Falls quasi sanfter auffängt. Worüber ich froh bin: Dass ich nicht die Karabiner mit Schraubverschluss, sondern mit der bequemen Handballensicherung zugeteilt bekommen habe. In unserer Gruppe habe ich nämlich das Gefühl, die anderen sind lästiger zu bedienen und sorgen für etwas Ärgernis.

In der Regel finde ich beim Klettersteig Handschuhe sehr empfehlenswert, sonst verletzt man sich nachher noch am Drahtseil.

Ward ihr schon einmal auf einem Klettersteig unterwegs?

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Gibt es sonst noch Tipps, worauf ich bei der Ausrüstung achten muss?

 

Die drei Tage waren eine super Erfahrung. Wir haben viele Sportarten ausprobiert, viele Produkte getestet und viele nette Menschen kennengelernt!

Ein besonderer Dank geht an Karolin Wappler für die Organisation der Bloggerrunde.

Und hier geht es zu weiteren Artikeln über das Outdoor-Testival:

Alex (Bergreif)

Sonya (Soschy on Tour)

Jessie (BUNTERwegs)

Chris (Klimbingkorns)

Henryk (Out of Office)

Marvin (Mountix)

Karolin (SportScheck-Blog)

Thuy & Kathrin (Two for Fashion)

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