E.O.F.T. 15/16: Sechs Gründe, warum die Filme begeistern

Die European Outdoor Film Tour 15/16 ist mein erstes „Outdoor-Event“ seit ich in Köln bin. „Indoor“ im E-Werk und ganz ohne sportliche Anstrengung, aber voller actionreicher Unterhaltung – so sieht der Sonntag Abend beim 15. Filmevent der E.O.F.T. aus. Ich selbst bin zum dritten Mal dabei und wie immer begeistert.

Da schon einige Bloggerkollegen (siehe unten) ausführlich über die einzelnen Filme berichtet haben, möchte ich jetzt mal einen alternativen Überblick über die E.O.F.T 15/16 geben und habe mich dafür mal mit dieser Frage beschäftigt:

Wie schaffen sie es immer wieder, uns Zuschauer so zu begeistern?

Burn it Down, EOFT
© TeroRepo Quelle: http://www.eoft.eu

 

1. Die Landschaften

Jeder einzelne Outdoor-Film spielt in einer atemberaubenden Landschaft. So kann und will ich mich gar nicht entscheiden, welche mir am besten gefallen hat, denn vom vereisten Vulkan auf der russischen „lost island“ Onekotan, über die wilde Wüstenlandschaft um den Gran Canyon und die staunenswerte Fitz-Traverse in Patagonien, einer Kammlinie mit 7 Gipfeln, die noch von keinem Kletterer in einer Tour bestiegen worden war, ist alles dabei.

unbrandedthefilm, eoft
© unbrandedthefilm Quelle: http://www.eoft.eu

 

2. Die Sportarten

Filme über Bergexpeditionen wie der der Schweizerin Tamara auf den K2 gehen immer! Genauso wie Klettern, Mountainbiken, Skifahren/Snowboarden und Slacklinen. Neu für mich war Longboarden als Leistungssport im Film „Burn it Down“ – nervenkitzel pur, vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt durch die Sierra Nevada! Abwechslung hat außerdem  der Reitsport im Film „Unbranded“ geboten – waschechte Cowboys, die auf adoptierten, selbst zugerittenen Mustangs 3000 Meilen von Mexiko bis Kanada reisen.

masters of slack, eoft
© ChunkeyDunkey Quelle: http://www.eoft.eu

 

3. Die Darsteller

Irgendwie fühle ich mich nach den 10-25 minütigen Kurzfilmen immer mit den Darstellern verbunden – nicht nur wegen dem was sie können und was sie leisten, sondern auch wegen ihrer Persönlichkeiten. Dafür kann es verschiedenste Gründe geben, zum Beispiel

(1) weil man sie schon einmal in anderen Filmen gesehen hat, wie Slackliner Andy Lewis oder Alex Honnold (E.O.F.T 14/15 und Reel Rock)

(2) weil sie abseits vom Extremsport ein ganz „normales“ Familienleben führen wie Tommy Caldwell in A Line Across the Sky. Naja, sagen wir relativ normal. Immerhin hat er seinen Sohn nach dem höchsten dieser 7 Gipfel „Fitz Roy“ benannt. 😀

(3) weil sie klein angefangen haben und schließlich mit viel Ehrgeiz viel erreicht haben, so wie Jan Roose aus Estland, der sich innerhalb von 5 Jahren zum „Master of Slack“ entwickelt hat.

K2 Expedition Tamara, eoft
©TamaraLungerArchive Quelle: http://www.eoft.eu

 

4. Emotionen

In manchen Filmen geht es rein um den Sport, wie es zum Beispiel bei dem Mountainbike-Film „Unreal“ oder in „Degrees North“ der Fall ist, wo Xavier de la Rue mit einem motorisiertem Paraglider unverspurte Snowboard-Abfahrten in Alaska aufspürt. In anderen Filmen widerum spielt der Sportler selbst eine tragende Rolle – und da kommen, besonders in Extremsituationen, Emotionen ins Spiel. Ganz besonders plaudert Tamara als weibliche Hauptrolle aus dem Nähkästchen und gibt einen tiefen Einblick in ihr Privatleben. Sehr ergreifend sind auch die Herausforderungen der Jungs auf Onekotan und die Story vom Begleiter der Cowboys, dessen verstorbener Sohn nun in der Leidenschaft und Abenteuerlust der Reiter erinnerlich ist.

Fitz Traverse, Alex Honnold, eoft
© Austin Siadak Quelle: http://www.eoft.eu

 

5. Humor

Mindestens einmal, meistens aber noch viel häufiger lacht der Saal bei jeder Vorstellung der E.O.F.T. In diesem Fall amüsieren wir uns über die Ehrlichkeit vom „Godfather of Slackline“ Andy Lewis und über den trockenen Humor der amerikanischen Cowboys. Am allermeisten bringt mich Alex Honnold zum lachen – wegen seinem Witz, seiner positiven Einstellung und seiner Tollpatschigkeit – wer schafft es schon, für eine alpine Expedition diesen Niveaus falsche Steigeisen einzupacken?? 😀

 

6. Soundtracks

Die Lieder bleiben über Jahre im Ohr, und so auch die tollen Bilder.

Mein liebster Ohrwurm ist dieses Jahr:

  • Buffalo Springfield – For What It’s Worth.  Ganz nach dem Motto des diesjährigen Mountainbike-Films „Raus aus der Realität“ entführt das Lied in eine grüne Hügellandschaft – „ohne Grenzen, ohne Deadlines“. So sah übrigens auch die Kameraführung aus: Die Fahrt von MTB-Profi Brandon Semenuks wird in einem einzigen Shot gefilmt. Außerdem spielen auch hier Pferde ein Rolle: Die laufen nämlich mit einer Herde von Mountainbikern um die Wette.

Weitere Soundtracks, die mich in Abenteuerstimmung bringen:

  • Balmorhea – Remembrance. Der Trailer-Song ist natürlich perfekt ausgewählt und lädt auf eine bescheidene Art zum Ticketkauf ein 🙂
  • Lights & Motion – Aerials. Die schwierige Anreise zum Vulkan im Onekotan-Film ist endlich geschafft. Jetzt kann Ski gefahren werden.
  • Trevor Menear – Better on the Way. Macht einfach gute Stimmung bei Tamaras K2-Expedition.
  • Claire – Roll Down Run South. Perfekter Abschluss der E.O.F.T. 15/16 und Begleiter für ein Abenteuer in der Luft und im Schnee beim Film „Degrees North“

Die übrigen Soundtracks findet ihr hier.

 

Fazit:

Ein gelungenes Abendprogramm mit viel Spannung, Action, Emotion, Humor und guter Musik. Besonders die zweite Hälfte mit den Filmen „Unbranded“ und „A Line Across The Sky“ hat mir sehr gut gefallen!

Was mir persönlich weniger gefallen hat, ist die Intro von „Unreal“ – das stressige Stadtleben, aus dem man fliehen möchte. Dann gibt es noch den Film 1H 46Min  über die Rekordzeit, in der der Schweizer Dani Arnold auf das Matterhorn steigt. Eine Wahnsinns Leistung. Allerdings ist die Erzählweise überhaupt nicht nach meinem Geschmack: Beim exquisiten Gala-Dinner auf dem schneebedeckten Berg…

Weitere Berichte über die diesjährige Outdoor-Filmtour könnt ihr auf folgenden Blogs nachlesen:

Und welche Filme haben euch am meisten inspiriert? Was gefällt euch besonders an der E.O.F.T. und was ist der Grund dafür, dass ihr jedes Jahr aufs Neue daran teilnehmt? 🙂

Apropos jedes Jahr! Die aktuelle Tour der E.O.F.T 2016/17 hat gestartet. Hier findet ihr alle Termine und den aktuellen Trailer:

2 thoughts on “E.O.F.T. 15/16: Sechs Gründe, warum die Filme begeistern

  1. Hey Simone, vielen Dank für deine Sichtweise zur E.O.F.T.

    Deine 6 Gründe sind auch in meinen Augen die Zutaten für das Erfolgsrezept E.O.F.T. Aber auch wenn die Zutaten fast immer gleich sind, schmeckt das Gericht nicht jedes Jahr gleich.

    Aber bei Unreal und 1H 46Min scheinen wir den gleichen Geschmack zu haben.

    LG Jens

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