Nationalpark El Teide

Alternative zum Teide-Sonnenaufgang: Teneriffas Alto de Guajara

Von La Gomera aus waren sie fast täglich zu sehen: Die Spitzen des 3.718 Meter hohen Vulkans Teide auf Teneriffa, der dritthöchste Vulkan der Welt!

Wir haben lange überlegt: Es hat doch sicher seinen Reiz, dort oben zu stehen, den Sonnenaufgang zu schauen und bis auf die Nachbarinseln La Gomera, Gran Canaria und El Hierro zu sehen.

Aber da waren auch verschiedene Gründe, die uns davon abgehalten haben:

  • eine Seilbahn, die bis auf 3.555 müNN fährt.
  • die Genehmigung, die man für den restlichen Anstieg benötigt, und die eingeführt wurde, um das hohe Tourismusaufkommen zu kontrollieren. (Hinweis: Das Ticket ist kostenfrei und ist erst ab 9 Uhr Morgens notwendig.)
  • die Zwischenübernachtung auf der nahegelegenen Schutzhütte Altavista. Wir hatten ja schon eine schöne Unterkunft gebucht
  • und nicht zuletzt das frühe Aufstehen 🙂

Deshalb haben wir uns für den Nachbarberg Alto de Guajara (2.715 müNN) entschieden und diese Entscheidung hat sich gelohnt; nicht zuletzt für die permanente Aussicht AUF DEN TEIDE!

Anfahrt in den Nationalpark Teide

Je nachdem wo man auf der Insel Urlaub macht, sollte man eine Anfahrt von 1-1,5 Stunden einplanen. Wenn es an der Küste bewölkt ist, kann man auf Sonnenschein über den Wolken hoffen und muss schlechtes Wetter „da unten“ nicht als Hindernis für gute Wandervoraussetzungen sehen. Bei uns war es genau so: Trübes Inselwetter auf Meeresspiegel-Höhe und purer Sonnenschein über den Wolken. Der einzige klitzekleine Nachteil ist wohl, dass man wahrscheinlich keine Aussicht auf das Meer und die Nachbarinseln genießen kann. Zum Glück gibt es dort oben genug Landschaftliche Highlights für das Auge. Nicht umsonst ist der Nationalpark El Teide 2007 zum Weltnaturerbe erklärt worden. 🙂

Über den Wolken im Nationalpark El Teide
Über den Wolken… und trotzdem fast zum Greifen nah.

Guter Ausgangspunkt für die Wanderung ist das Hotel Parador Nacional auf 2.140 müNN. Parken ist etwas schwieriger, weil wir uns fast an der Basisstation der Seilbahn auf den Teide befinden, aber es herrscht eine hohe Fluktuation der Autos.

Los geht’s auf den Guajara

Wir folgen dem Sendero Nr. 4 und wandern zunächst über einen breiten Forstweg. Der Blick auf den Teide ist spektakulär, ebenso wie auf die gelblichen Felsformationen, die „Piedras Amarillas“, an denen wir einige Kletterer beobachten können.

Piedras Amarillas: Kletterfelsen auf Teneriffa
„Die Piedras Amarillas“ sind nicht nur schön anzusehen, sie laden auch zum Klettern ein.

Nach fast einer halben Stunde Spaziergang erreichen wir den Pfad Sendero Nr. 5, der uns nun endlich ins Schwitzen bringt und steil hinaufführt – zuerst zum Sattel des Guaraja (Degollaga de Guaraja) und anschließend über den Sendero Nr. 15 bis zum Gipfel. Der Weg ist soweit wirklich super ausgeschildert, nur die Abzweigung 15 hinauf zum Gipfel muss man erahnen. Im Zweifel geht es immer weiter nach oben – auch wenn es am Ende ganz schön anstrengend ist über die große Steine und viel Geröll, von einer Erhebung zur nächsten. Durchhalten lohnt sich!

Wanderung auf den Guajara mit Blick zum Teide
Den Teide immer im Blick, doch noch lange nicht auf Augenhöhe.

 

Von Angesicht zu Angesicht mit dem Teide

Auf dem Gipfel angekommen, liegt der Teide direkt vor der Nase. Von Angesicht zu Angesicht; meint man zumindest, und doch ragt der Vulkan noch einmal 1.000 Meter weiter in die Höhe. Einfach unglaublich! Und das Beste: Bei gutem Wetter hat man hier die gleiche Aussicht auf die Nachbarinseln wie auch vom Teide.

Auf dem Gipfel des Guajara (2.715m), Teneriffa
Wahnsinn! 1.000 Meter über uns liegt in diesem Moment der 3. höchste Vulkan der Erde!

Steiniger Abstieg über den Ucanca-Bergsattel

Für den Abstieg starten wir wieder auf dem Sendero Nr. 15 und folgen an der Abzweigung der Beschilderung zum Degollada de Ucanca. Bei Outdooractive wurde auf einem Stück der Route vor Steinschlag gewarnt und ein Helm empfohlen. Wir haben bei einer Kletterschule in Orotava angefragt, die aber Sonntags keinen Verleih anbietet, und bei den guten Wetterbedingungen war es auch nicht dringend notwendig. Trotzdem muss man dringend Acht geben und sollte keine Pausen in dem als gefährlich ausgeschildertem Gebiet machen. Ansonsten ist diese Route zum Abstieg wirklich empfehlenswert. Die Felsschluchten und die Vegetation sind sehr abwechslungsreich und herausfordernd. Neben dem Blick auf den Teide schaut man in die Weite des Nationalparks und weiß nun, warum hier von Mondlandschaft gesprochen wird.

Mondlandschaft im Nationalpark El Teide.
Mondlandschaft im Nationalpark El Teide.
Den Teide immer im Blick. Beim Abstieg über den Ucanca Sattel.
Den Teide immer im Blick. Beim Abstieg über den Ucanca Sattel.

Fazit der Rundwanderung auf den Guajara

Eine großartige, vielfältige und anspruchsvolle Wanderung mit tollen Aussichten und abwechslungsreicher Natur. Die Wanderung ist 10,2 Kilometer lang mit etwa 700 Höhenmetern Aufstieg und auch wieder Abstieg. Circa fünf Stunden haben wir mit Pausen benötigt. Da es sehr wenige schattige Plätze unterwegs gibt, sollte man sich immer mit Kopfbedeckung, reichlich Wasser uns Sonnenmilch eindecken. Für den Hochsommer ist die Tour eher ungeeignet.

Warst du auch schon einmal auf Teneriffa wandern? Dann erzähl mir gerne in den Kommentareb von deinen Erfahrungen 🙂

Vogel im Nationalpark El Teide, Teneriffa

Nationalpark El Teide, Teneriffa

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